Heimat- und Kulturverein in GaibergDie Geschichte des HKV Gaiberg
Von der Aufbruchstimmung der fünfziger Jahre über die Blütezeit des Fremdenverkehrs bis zur heutigen Kulturarbeit: Die Chronik unseres Vereins erzählt zugleich ein Stück Dorfgeschichte von Gaiberg. Sie geht auf einen Text von Günter Hoppe aus dem Buch „Spurensuche in Gaiberg" von 2012 zurück.
ChronikVom Verkehrsverein zum Kulturverein in Gaiberg
Gründung in der Gaststätte „Zur Rose"
In den fünfziger Jahren kamen erste Urlauber in die Region, und beim Rathaus gingen zunehmend Zimmeranfragen ein. Am 14. Mai 1955 lud Kamil Manges zu einer Versammlung in die Gaststätte „Zur Rose", bei der ein Gastredner des Verkehrsvereins Schriesheim über die Aufgaben eines solchen Vereins sprach. Zur Gründungsversammlung am 8. Juni 1955 kamen 18 Personen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Jakob Schmitt gewählt, zum zweiten Willi Theis. Erste Beauftragte für die Betreuung der Gäste war Maria Boxberger.
Erste Projekte und der Heimatfilm
Der Verein setzte sich für eine bessere Busverbindung zwischen Gaiberg und Heidelberg ein. Im März 1956 begrüßte Gaiberg mit einem Sommertagsumzug den Frühling, an dem sich das ganze Dorf beteiligte. Es entstanden Ansichtskarten, Wanderwege erhielten Schilder, und die erste Kerwe fand statt. Im selben Jahr drehte der Verein auf Initiative von Kamil Manges einen Film über das Dorf.
Blütezeit des Fremdenverkehrs
In Verbindung mit dem Reiseunternehmen ASEAG in Aachen standen die Beschaffung von Gästezimmern, Wanderführungen und Begrüßungsabende im Gasthaus „Zur Linde" im Vordergrund. Der Namensteil „Heimat" wurde gestrichen, aus dem Verein wurde der „Verkehrsverein". In der Blütezeit unter dem Vorsitzenden Norbert Klehr verbuchte er bis zu 3.000 Übernachtungen im Jahr.
Rückgang und Ruhepause
1981 und 1982 gingen die Gästezahlen stark zurück. Als der wichtigste Reiseveranstalter aus Aachen Anfang 1983 kündigte, kam die Vereinstätigkeit zum Erliegen. Der Verein wurde nur noch auf dem Papier verwaltet. Die wichtigste Aufgabe dieser Zeit war es, die Gemeinnützigkeit zu erlangen.
Neuer Vorstand
In der Mitgliederversammlung am 12. März 1988 wurden Günter Hoppe zum ersten und Wolfgang Seidler zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Damit begann die schrittweise Wiederbelebung des Vereinslebens.
Heimat- und Kulturverein Gaiberg e.V.
Seit August 1997 trägt der Verein seinen heutigen Namen. In den Vordergrund rückten die Brauchtumspflege wie das Maibaumstellen, Tagesausflüge und Fahrten zu Weltkulturerbestätten.
Vorträge, Ausflüge, Dorffeste
Heute liegt der Schwerpunkt auf Vortragsabenden, kleineren und größeren Ausflügen sowie der Teilnahme an den Gaiberger Festen. Durch neue Mitglieder mit Verbindungen zu anderen Gruppen verbreitert sich die Basis im Dorf. Der Verein ist zudem Mitglied beim Förderverein der Gaiberger Feuerwehr und beim Verein „Homo Heidelbergensis" in Mauer.
Textgrundlage: Günter Hoppe, aus „Spurensuche in Gaiberg" (2012). Der letzte Abschnitt wurde ergänzt.
Film-DokumentDer Heimatfilm von 1956
Ein Jahr nach der Gründung des Vereins drehte man 1956 auf Initiative des ersten Vorsitzenden Kamil Manges einen Film über das Dorf. Der schwarz-weiße Heimatfilm zeigt das damalige Ortsleben, vom Kerweumzug bis zur Feldarbeit.
Bürgermeister Josef Klehr und Karl Wagner, langjähriger Rektor der Gaiberger Schule, recherchierten die abgebildeten Personen und schrieben einen Kommentar, den Karl Wagner selbst sprach. Der Film dauert 37 Minuten.
NachschlagewerkDas Heimatbuch „Spurensuche in Gaiberg"
Anlässlich des 700-jährigen Jubiläums von Gaiberg, der ersten namentlichen Erwähnung, fanden sich die HKV-Mitglieder Karl Wagner, Wolfgang Seidler, Günter Hoppe und Rolf Kickuth zusammen, um das Buch „Spurensuche in Gaiberg" zu produzieren. Es ist das umfassende Nachschlagewerk zur Geschichte des Dorfes.
LuftbilderGaiberg aus der Luft
Aktuelle Luftaufnahmen von Gaiberg und seiner Umgebung, fotografiert von Rolf Kickuth.








Fotos: Rolf Kickuth. Höhere Auflösung oder weitere Aufnahmen auf Anfrage unter rolf@kickuth.eu.